"Gegen das Leistungsschutzrecht und für eine Reform des Urheberrechts"

Initiatoren

An dieser Stelle finden Sie eine Übersicht der Unterstützer von ADIZ.org mit ihrem Statement zum Thema Leistungsschutzrecht. Jeder Marktteilnehmer – ob Unternehmen, Medienexperte, Anwalt o. Ä. – kann sich dieser branchenvertretenden Interessensgemeinschaft anschließen. Bitte nehmen Sie dazu Kontakt mit uns auf.

Statement Axel Schmiegelow, curtis newton labs GmbH/Verbandssprecher ADIZ.org
„Es ist ja zu begrüßen, dass Verlage und Gesetzgeber die neueren Medienrealitäten der letzten zehn Jahre anerkennen und den Versuch unternehmen, sich diesen zu stellen. Das Leistungsschutzrecht ist jedoch eine gestrige Antwort auf das Problem der Verlage, wegbrechende Erlöse auszugleichen. Das LSR richtet mehr Schaden für digitale Innovation an, als es nützen kann. Wenn wir durch eine gesetzliche Regelung über die Prinzipien von Telemediengesetz und DMCA hinauswachsen wollen, dann durch eine umfassende Reform, die das Urheberrecht umfasst. Wir lehnen das LSR ab, begrüßen aber Rechtssicherheit für die digitale Verbreitung von Inhalten und machen es uns zum Ziel, durch branchenseitig organisierte Standards diese für legale Plattformen zu erleichtern – unabhängig davon, ob es sich um Text-, Bild-, Video- oder andere Inhalte handelt.“
Bastian Karweg Statement Bastian Karweg, Echobot Media Technologies GmbH/Gründungsmitglied ADIZ.org
„Das vorgeschlagene Leistungsschutzrecht behindert aktiv wichtige Grundfunktionen des Internets: ohne Suchmaschinen und kontextuelle Verlinkungen kann ein freier und demokratischer Informationsaustausch im Netz nicht stattfinden. Viel schlimmer ist jedoch, dass eine solche Insellösung überhaupt keinen Effekt hätte, da Anbieter aus dem Ausland weiterhin ungehindert, die hier eingeschränkten Funktionen anbieten würden. Allen Beteiligten würde ein LSR nur zusätzliche Arbeit und Unsicherheiten bereiten. Gerade auch junge Unternehmen aus dem Internet- und Medienumfeld werden durch das LSR abgeschreckt, es werden Innovationen behindert und es besteht die Gefahr einer Abwanderung solcher Dienste ins Ausland. Auf diese Weise wird sich die angeschlagene deutsche Medienlandschaft sicherlich nicht rehabilitieren können, sondern schießt sich nur selbst ins Knie.“
Björn Schumacher Statement Björn Schumacher, Virato/Gründungsmitglied ADIZ.org
„Das Leistungsschutzrecht ist grundsätzlich abzulehnen, da es die Informationsfreiheit und -transparenz in Deutschland erheblich beeinträchtigen würde. Zudem ist es ein Innovationsblocker, da besonders junge Unternehmen vor rechtliche und finanzielle Unsicherheiten gestellt werden.“
Christian Kulas Statement Christian Kulas, Yones GbR/Gründungsmitglied ADIZ.org
„Es ist ein Irrglaube zu denken, das Leistungsschutzrecht trüge zur Vereinfachung bei. Es ist vielmehr der Dolchstoß für Innovationen im Medienbereich und damit gefährlich für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Am Ende steht die Entfernung der betreffenden Verleger und davon profitieren weder Verlage noch Leser.“
Statement Gerald Koenen, oneview GmbH/Gründungsmitglied ADIZ.org
“Verlage optimieren die eigenen Seiten für Suchmaschinen und wollen gleichzeitig die Nutzung der dafür optimierten Daten rechtlich verhindern. Auch die im Kern anvisierte Verpflichtung zur Zahlung eines Entgelts ändert an diesem Paradoxon nichts. Es ist sogar vorhersehbar, dass sich Verlage mit diesem Vorstoß mittel- und langfristig selbst schaden.”
Marco Ripanti Statement von Marco Ripanti, ekaabo GmbH/Gründungsmitglied ADIZ.org
„Wir können nicht auf der einen Seite für mehr Anerkennung der Deutschen Online-Branche plädieren und auf der anderen Seite durch Gesetze wie das hier geplante uns zum weltweiten Gespött der Web-Welt machen. Natürlich muss an den Texten des UrhG etwas geändert werden, denn dies stammt aus einer Zeit in der das Internet wie der heutige Videotext funktionierte. Diese Zeiten liegen hinter uns und wir müssen bestehende Regeln anpassen und nicht neue erfinden, die unterm Strich nur allen Schaden.“

Kurzprofile der genannten Unternehmen:

curtis newton labs Über curtis newton labs GmbH
curtis newton – vor 2013 noch bekannt als dw capital – hat sich seit 2005 als Treiber für innovative Start-Ups zu einer der ersten Anlaufstellen für Neugründungen in Europa entwickelt. Zum Beteiligungsportfolio gehören u.a. armedangels, Itellity, itravel und PaperC. curtis newton sieht sich als Visionär und Entwickler intelligenter IT-Produkte, die Märkte aufbrechen und neue Trends setzen – dazu zählen der Social News-Dienst Virato, der weltweit erste Social Bookmarking Dienst oneview oder das Analysetool für Twitter-Themen SocialTopicGraph.Vertreten durch Axel Schmiegelow.
echobot Über Echobot Media Technologies GmbH
Echobot.de ist ein im März 2011 gegründetes Startup-Unternehmen aus Karlsruhe. Mit ihren Angeboten für Online Medienbeobachtung und Social Media Monitoring sorgen die 10 Mitarbeiter dafür, dass Kunden immer sofort wissen, wenn Sie auf Nachrichtenseiten, Blogs, Foren oder in Meinungen auf Facebook, Twitter und Co. erwähnt worden sind. Jeden Tag werden dafür über 2 Millionen Beiträge aus mehr als 15.000 Webseiten durchsucht. Bereits über 200 Kunden aller Branchen und Größen vertrauen auf den Echobot. Vertreten durch Bastian Karweg.
folkd Über folkd.com/Mobile Advertising GmbH
Folkd.com ist ein internationales Verzeichnis für Social-Bookmarks. Auf der Internetseite können Benutzer Links zu interessanten oder spannenden Webseiten sammeln oder mit Ihren Freunden teilen. Folkd verfügt darüber hinaus auch über eine sogenannte „Social-Search“ – eine Suchmaschine, welche auch Empfehlungen aus sozialen Netzwerken wie Facebook oder twitter analysieren kann. Das 2006 gegründete Portal hat derzeit knapp 2,5 Millionen registrierte Mitglieder. Vertreten durch Bastian Karweg.
mister wong Über Mister Wong GmbH
Mit Länderplattformen in USA, Spanien, Frankreich, China, Russland und Deutschland ist mister-wong die wohl größte Social Bookmarking Plattform nach delicious. Zahlreiche bekannte Webseiten haben mister-wong als festen Bestandteil ihrer Social Media Strategie integriert. Nach der Übernahme durch die ekaabo GmbH im August 2012, ist mister-wong auf dem Sprung, sich zu einem Social Media Infocenter zu entwickeln. Vertreten durch Marco Ripanti.
oneview Über oneview GmbH
oneview.com ist der Pionier im Social Bookmarking und bot Nutzern bereits im Jahr 1998 die Möglichkeit, private oder öffentliche Linksammlungen über den Webbrowser anzulegen – auch bekannt als „Bookmarking“. Heute, im Zeitalter der Echtzeit-Kommunikation und des Nachrichtenkonsums über soziale Netzwerke, wurde oneview weitergedacht und ein „Social Bookmarking der nächsten Generation“ ins Leben gerufen – dazu gehören Import, Archivierung und Durchsuchbarkeit von Links in sozialen Netzwerken, Themenkreise zur Verwaltung des „digitalen Gedächtnisses“ sowie Linkempfehlungen aus sozialen Netzwerken. Vertreten durch Gerald Koenen.
spreadly Über Spreadly/ekaabo GmbH
Spreadly.com ist eine All-in-One Lösung in Sachen Social Sharing. Mit nur einem Button können Webseitenbesucher Inhalte nach XING, Facebook, Twitter, LinkedIn, Tumblr und Flattr teilen. Die geteilten Inhalte werden in einem privaten Bereich bereitgestellt und können von den Nutzern wie Lesezeichen behandelt werden. Weiterhin dient Spreadly auch als innovative Erlösquelle für Seitenbetreiber. Die ekaabo GmbH hat diesen Dienst Mitte 2011 ins Leben gerufen. Vertreten durch Marco Ripanti.
Virato Über Virato/dw capital gmbh
„Was interessiert Deutschland?“ Der Name „Virato“ leitet sich ab aus „VIRAle Trends Online“. Das Portal aggregiert Artikel und Blogposts aus derzeit 5.500 Quellen – und rankt alle Newsbeiträge nach ihrer Verbreitung im Social Web. Der User kann in seinem Profil eigene Lieblingsthemen inklusive Tags definieren, um so seine persönliche Onlinezeitung zu erstellen und einen Überblick zu den meistverbreiteten Beiträgen im Social Web zu erhalten. Virato.de lässt sich mittels Responsive Web Design – neben dem Heim-PC – auch auf allen mobilen Endgeräten nutzen. Vertreten durch Björn Schumacher.
yigg Über yigg GmbH
yigg.de ist Deutschlands erste Social News Plattform. Nutzer stellen relevante Nachrichten dort ein und über Nutzerkommentare und Bewertungen stellen sich die wichtigsten Nachrichten des Tages auf der Startseite vor. Um die Relevanz einer Nachricht zu bemessen, spielen zahlreiche soziale Faktoren eine Rolle. yigg.de wurde nach dem amerikanischen Vorbild digg.com entwickelt. Die ekaabo GmbH hat das Portal im Juli 2012 übernommen. Vertreten durch Marco Ripanti.
yones Über Yones GbR
Yones.net ist eine Anwendung für Nachrichten, bei der Nutzer immer die Nachrichten erhalten, die sie tatsächlich interessieren. Eine Anwendung, die weiß, wofür der Nutzer sich interessiert, die weiß, was er bereits gelesen hat und antizipiert, was er in Zukunft lesen möchte. Der Nutzer steht gänzlich im Vordergrund. Möglich wird dies durch eine innovative Technologie, basierend auf maschinellem Lernen. Yones arbeitet dabei wie ein Filter, der nach automatischer Erfassung des Leseverhaltens die Vorlieben erkennt und individuell nur die relevanten Nachrichten weiterleitet. Vertreten durch Christian Kulas.